Kamera: Scharri
Keyboardposer: Scharri
Bouncebruder: Scharri
Rest: Nils
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Ach, es könnte doch so schön sein, wenn es tatsächlich so wäre, wie man behauptet. Wenn junge, stinkende stinkreiche Menschen einfach zu Hause bleiben wollen, um im Hartgeld ihres Wohnzimmergeldspeichers zu plantschen, denen zuprostend, die draußen zur Arbeit eilen, um dort weniger Geld zu bekommen als die feiernden Hartzer in ihren 100 Quadratmeterlofts.
Wenn diese jungen faulen Früchte unserer dekadenten Gesellschaft den Hilfeaufruf ihrer Stadt, die draußen im Schnee erstickt und im Eis versinkt, ignorieren. Es könnte so schön sein, wenn das tatsächlich sozialistische Zustände wären.
Dumm ist hingegen, wenn man, wie der amtierende Hartz IV- Außenminister, mit seinen Ideen (“Junge Menschen könnten hier in Berlin Schnee schippen”) zu spät kommt.
Denn junge Menschen, viel zu viele, nämlich 25.000 Menschen, wollten eben genau dies tun, in Berlin. Die Berliner Stadtreinigung konnte aber lediglich 650 Menschen einen der begehrten Kurzjobs anbieten, wie hier nachzulesen ist.
Westerwelle sollte einfach mal Zeitung lesen. Oder jemanden fragen, der sich damit auskennt. Aber das geht nun auch wieder nicht, denn dann bekäme er ja eine Antwort und müsste zuhören, was ihn wiederum vom Reden abhalten würde.
“Wenn früher im Fernsehen Herbert Wehner sprach, stellte man lauter. Wenn heute der Westerwelle spricht, geht man in die Küche und macht sich was zu essen.” (Dieter Hildebrandt)
Und hier noch ein Lesetipp: Das “Schwarzbuch Deutsche Bahn” ist, legt man die leidenschaftlichen Rezensionen auf Amazon zugrunde, ein Stich ins Wespennest. Ich habe sie durchgelesen. Auffällig sind die häufigen Lesermeinungen, die dem Buch vorwerfen, nur an der Oberfläche zu kratzen. Vermutlich haben jene Rezensenten das Buch ebenfalls nur an der Oberfläche gekratzt. Ich will nicht zu sehr in die Tiefe gehen, lest sie selber, die Rezensionen.
Aus einer positiven zum Buch bleibt mir folgender Satz des Users Hubert K. hängen: “Am Meisten macht mich allerdings die organisierte Verantwortungslosigkeit der Politiker und Parlamente wütend.
Das Buch bestärkt, sich künftig stärker engagieren zu müssen.”
Und genau das ist, und da bin ich mächtig stolz drauf, jeden Montag hier in Stuttgart der Fall: Woche für Woche gehen mittlerweile um die 3000 Menschen auf die Straße, um gegen die Pläne der Bahn zu demonstrieren, das Zentrum der gebeutelten Stadt mit der Großbaustelle für ihren ungewollten, viel zu teuren neuen Bahnhof zu zerstören.
3000 Menschen.
Demonstrieren.
Jede Woche.
In Stuttgart.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!
Wenn das keine Bürgerbeteiligung ist.
Mehr Infos dazu hier:
http://www.leben-in-stuttgart.de/
http://www.parkschuetzer.de/
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So, liebe Leser, hört es sich an, wenn jemand etwas erzählt, dass niemand hören will. Der Chef der Bahn AG, Rüdiger Grube, versucht zu fast 10.000 Menschen zu sprechen, die gegen sein Traumprojekt Stuttgart 21 demonstrieren (und das mittlerweile Woche für Woche in Zeiten angeblich immer weiter um sich greifender Politikverdrossenheit):
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Der Film “Avatar” hat gerade über Monsterkippermäßig viel Schotter eine Milliarde Dollar eingespielt. Er wird noch mehr Unobtainium Geld einspielen, viel mehr. Denn viele Menschen wollen in 3-D und in Farbe dabei sein, wenn gute, edle, blaue Schlümpfe Eingeborene kleine blasse Teufel Erdlinge von ihrem Planeten schmeißen, weil die kleinen blassen Erdlinge halt Teufel böse und geldgeil sind. Sie fällen auf diesem fremdem Planeten fremde Bäume und zerwühlen die Natur mit in Afghanisten und im Gazastreifen getesteten Bomben. Ihr Ziel ist, Löcher in den fremden Planeten zu buddeln, um dort wertvolles Gestein zu fördern. Zugutekommen soll das letztendlich den Quartalszahlen des Konzerns, für den die kleinen blassen fiesen Teufel Erdlinge arbeiten.
Ersetzt man die großen blauen Eingeborenen durch Stuttgarter Einwohner und die kleinen blassen Teufel Erdlinge durch Politiker, Bauherren, den Immobilienadel und die Deutsche Bahn, kann man die Handlung von “Avatar” fast 1:1 auf das Stuttgarter Stadtzentrum und ganz speziell den Stuttgarter Schlossgarten übertragen.
Wer die Stuttgarter Innenstadt nicht kennt: Der Schlossgarten ist der einzige größere grüne Fleck in einer ansonsten bis auf den letzten Fleck zubetonierten, versiegelten, grauen Steinstadt in brutaler Tallage, die im Sommer heiß wird wie ein Wok, da es an Frischluftzufuhr und kühlenden grünen Parks mangelt. Nur im Schlossgarten gibt es Gras und stehen Bäume. Große Bäume, Schatten spendende Bäume, alte Bäume. Ob sie gesund sind, weiß ich nicht, aber sie sehen gesund aus, kippen nicht von alleine um und haben viele, viele Jahre benötigt, um so groß zu werden.
Und nun will man sie fällen. Denn kleine, blasse Erdlinge vom Staat, der Immobilienwirtschaft und der Bahn wollen große Löcher in den Schlossgarten bohren. Lange, waagerechte Löcher, durch die teure Schnellzüge rauschen, deren Fahrpreise für viele Menschen unerschwinglich sind und in denen die Erdlinge vom Staat, der Immobilienwirtschaft und der Bahn eh nie fahren, weil sie im Dienstauto mit Chauffeur durchs Land gekutscht werden. Nun, um auf den Punkt zu kommen: Für die Baustelle zum Höllenprojekt “Stuttgart 21″ sollen 282 Bäume gefällt werden. Große, stattliche, Schatten, Luft und Kühle spendende Bäume.
Der Sprecher von “Stuttgart 21″, Wolfgang Drexler (ja, SPD), hält den Kaulquappennummerierern (G. Polt) übersmaulfahrend entgegen, dass sie sich mal nicht so aufregen sollen, weil für die abgesägten alten ja wieder 191 hippe, brandneue Bäume gepflanzt werden. Das sind, wenn ich meinem Taschenrechner Glauben schenke, ganze 91 Bäume weniger als abgeholzt werden.
Es werden also 91 große, Schatten spendende Bäume fehlen. Dafür quälen sich dann 191 kleine strichförmige, schwache Setzlinge in die Höhe, von denen vielleicht die Hälfte durchkommt und, wenn ich 90 Jahre alt bin, noch nicht den Umfang und die Größe der demnächst fallenden Bäume erreicht haben werden. Die andere Hälfte ist zu schwach und wird vom Feinstaub erdrückt, von Hunden totgepullert oder von marodierenden Jugendlichen umgekickt. Deren Freizeit spielte sich vor kurzem noch in einer Jugendeinrichtung ab. Dieser wurde allerdings der Geldhahn abgedreht, um “Stuttgart 21″ finanzieren zu können.
Wann es mit den umfangreichen Baumfällarbeiten im Stuttgarter Schlossgarten losgehen soll, wird die Bahn vorher nicht verraten, um – logisch – Demonstrationen zu verhindern. Bei Nacht und Nebel werden die Kettensägen angeschmissen.
Doch jetzt kommts: Auf der Seite www.parkschuetzer.de kann man, sollte man und muss man sich registrieren, um dem Schlossgarten und den Bäumen dort beizustehen.
Ich habe es gerade getan!
Eine Registrierung dort wird die ganze Fällaktion zwar nicht verhindern können, denn wie wir wissen, siegt das Böse immer – außer in “Avatar”, aber das ist ja auch nur ein Film. Die Realität folgt leider einem ganz anderen Drehbuch. Aber je mehr Menschen sich auf der Seite registrieren, um Netzwerkmäßig über die ersten untrüglichen Anzeichen bevorstehender Fällarbeiten unterrichtet zu werden (plötzlich abgesperrte Flächen, denn jede Fällaktion kündigt sich durch Wegesperrungen an) und daraufhin aktiv Partei zu ergreifen, um so beschämender wird es für die Betreiber des Projektes werden, ihr renditefixiertes Minderheitenprojekt durchzupeitschen.
Zitat aus der Stuttgarter Zeitung von gestern: “Der GAU für die Verantwortlichen wäre, dass an den dicksten Baum der Schauspieler und Stuttgart 21- Gegner Walter Sittler gefesselt sein könnte, der bereits ein Bäumchen als Mahnmal gepflanzt hat.”
In diesem Sinne: Hoffen wir auf einen GAU. Und macht bei diesem GAU mit! Seid GAUner!!!
Also, ihr Stuttgarter, registriert euch.
Ein unmittelbarer Anwohner des Schlossgartens bedankt sich!
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… von mir, fast zehn Minuten lang:
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Mann mann mann, in den letzten 36 Stunden hab ich locker 1600 oder sogar 1800 Kilometer zurückgelegt. Mit der Deutschen Bahn. Stuttgart-Schleswig und zurück. Quasi einmal Schweiz-Dänemark hin und zurück. Da kommt man zu nix. Außer: Zwischendursch schnell am Schreibtisch ein längst überfälliges Lied aufzunehmen, und zwar vollkommen revolutionär mit separater Tonspur auf einem separaten Gerät. Hört man direkt auch fast ein bisschen, voila:
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Heute fand die erste machtvolle polizeilich angemeldete Montagsdemo gegen das immer teurer werdende Bäume und Arbeitsplätze schaffende Zukunftsprojekt Wahnsinnsprojekt “Stuttgart 21″ statt. Kurzfassung für alle Ahnunglosen: man will die größten Teile des Kopfbahnhofes abreißen, einen riesigen Tunnel unter der ganzen kleinen Stadt durchbohren und den ICE zur U-Bahn machen. Das wird eine Menge Dreck aufwirbeln und Unsummen richtig schönen Geldes verschwenden. Gerade diese Unsummen werden immer gigantischer, quellen auf wie Hefeteig in der Gärkammer und wachsen bei jeder neuen Berechnung auf rätselhafte Weise neu an. Wenn die gleiche Geldvermehrung auch mit festverzinslichen Geldern erreicht würde, täte jeder nur noch Bundesschatzbriefe kaufen.
Fazit ist: niemand will diesen teuren Quatsch unter der Erde. Fazit ist auch: niemand hat Geld, diesen Quatsch zu bezahlen.
Fazit ist: immer mehr Kulturschaffende, Jugendarbeiter, ja sogar die Bewährungshilfe, kriegen dringend benötigte Summen zusammengestrichen, so dass manchmal sogar gesetzlich geregelte Mindeststandards nur mühevoll eingehalten werden können, weil es an Geld mangelt.
Man kann gar nicht soviel saufen quellwasserfrischen Biergeschmack erleben, wie man kotzen entsprechend darauf reagieren möchte. Viele Jugendliche fangen ja auch schon nachmittags damit an.
Das (also diese Quatschbaustelle) muss verhindert werden – mit der Macht der Demokratie. Es gibt in diesem Land ein Demonstrationsrecht, also nutzen wir es aus. Jeden Montag (bis erstmal 21. Dezember) darf und muss ab 18 Uhr vorm Hauptbahnhof in Stuttgart (Nordausgang) gegen den Tunnel, die Grube, das Loch, die Finsternis, also: Stuttgart 21 demonstriert werden. Heute, am 23. November, waren es ca. 500 Teilnehmer. Fotos davon weiter unten.
Was dieser noch ein wenig ratlosen, jedoch keinesfalls unentschlossenen Demo noch fehlt, sind griffige und schmissige Parolen. Offenbar überwältigt vom großen Zulauf, haben die Organisatoren nicht daran gedacht, Ruftechnisch schonmal was vorzubereiten.
Und so murmelte man sich heute durch Parolensurrogate wir “Wir geloben – der Bahnhof bleibt oben!” oder, allerdings schon leicht besser: “Ötti, Mehdorn, Tiefensee, lasst noch Platz für den OB!”
Nein – so gehts nicht, das muss besser berden! Irgendwas mit “Schuster” (Stuttgarter Oberbürgermeister, einer der wirklich allerletzten Befürworter des Tunnelbahnhofs) und dem Reim “Duster” muss her, bzw. ein griffiges Wortspiel mit “Grube” (so heißt der neue Bahnchef). Alle sind aufgerufen, die Kommentarfunktion dieses Blogs zu nutzen, um hier Einfälle zu posten. Oder einfach Transparente schreiben, die Parolen für die Spechchöre ausdrucken und nächsten Montag um 18 Uhr zum Stuttgarter Hauptbahnhof kommen (Nordausgang)!
“Wir wollen einen Kopfbahnhof, der Tiefbahnhof, der ist saudoof!”
Griffig muss der Slogan sein, leicht zu merken und noch besser zu rufen. Und wichtig ist auch, dass Versmaß und Reime stimmen.
Das Ding da unter der Erde muss weg bzw. darf gar nicht erst gebuddelt werden. So!


